Der Schmetterlingsgarten in Blieskastel

Ein Lebensraum für einheimische Schmetterlinge und Inspiration für eine schmetterlings- und insektenfreundliche Gartengestaltung 

* Drohnenfoto von Dennis Maaß

Über den Schmetterlingsgarten

 

Der Schmetterlingsgarten in Blieskastel ist das bisher größte und schönste Projekt der Udo Gerhardt Schmetterlingsstiftung. Er wurde von April bis Juli 2023 angelegt und am 15.9.2023 offiziell eröffnet. Er grenzt an den Biosphärenbürgergarten an, der sich in unmittelbarer Nähe zum Klosterpark befindet.

Adresse:
Herrmann-Josef-Becker Weg 17
66440 Blieskastel

Öffnungszeiten:
Ganztägig freier Zugang 

Warum ein Schmetterlingsgarten?

 

Der Schmetterlingsgartens ist aus dem Wunsch heraus entstanden, der Versiegelung und Verschotterung von Freiflächen und Gärten und damit dem vielfach thematisierten Artensterben etwas entgegen zu setzen. 


Zugegeben, angesichts der bundes- und weltweiten Praktiken und der Klimaerwärmung ist so ein kleiner Schmetterlingsgarten noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber ganz nach dem Motto des Saarlandes „Großes entsteht immer im Kleinen“ sind wir trotzdem froh und glücklich, dass es uns als Stiftung gelungen ist, diesen Garten zum Leben zu erwecken.

 

Mit dem Garten ist zum einen das Anliegen verbunden, einen - wenn auch kleinen - Lebensraum für Schmetterlinge entstehen zu lassen. Zum zweiten geht es aber auch darum, Menschen, für das Thema „Schmetterlings- oder Insektenfreundliche Gartengestaltung“ zu sensibilisieren. 

 

Denn auch hier ist es so, dass jede/r im Kleinen etwas machen kann, sind doch die gesamten bundesdeutschen Gartenflächen größer als alle Naturschutzgebiete Deutschlands zusammen.

Was ist das Besondere an einem Schmetterlingsgarten?

Ein Schmetterlingsgarten sollte  

  • über das ganze Jahr verteilt Nektarpflanzen für die Falter anbieten. Dazu eignen sich einheimische Sträucher, Stauden und Zwiebelpflanzen am Besten. Sie haben ungefüllte Blüten, so dass die Falter die Chance haben, an den Nektar zu kommen. Auch eine Blühwiese eignet sich sehr gut als Nahrungsquelle für die Falter. 
  • Ein Schmetterlingsgarten muss auch Futterpflanzen für die Raupen bieten und das sind, in den Augen vieler Menschen v.a. "Unkräuter", wie die Brennnessel, die Knoblauchrauke, wilde Möhre, Klee, Ampfer oder Gräser. 
  •  Von daher ist es im Schmetterlingsgarten auch wichtig, nicht zu sehr zu pflegen:  Stauden, "Unkräuter" und Blumenwiese sollen über Winter stehen bleiben, damit Eier und Puppen nicht im Kompost landen.
  • Ein Schmetterlingsgarten sollte verschiedene Lebensräume haben, die Wasser und Schutz vor Wind, Regen und Kälte bieten. 
  •  Dass in einem Schmetterlingsgarten Insektizide bzw. Gifte aller Art keinen Platz haben, versteht sich von selbst. 

Was erwartet Sie im Schmetterlingsgarten Blieskastel?

Die Blühwiese

Es gibt im Schmetterlingsgarten eine Blühwiese, die von einem Weg umrahmt wird, der die Form eines Schmetterlings hat. Sie ist v.a. eine Falterwiese.

Der Tümpel

 Ein kleiner Tümpel bietet den Faltern, aber auch Libellen, Amphibien und Vögeln das Lebenselixier Wasser. 


Die Kräuterspirale

In der Kräuterspirale finden sich nicht nur die wichtigen Futter- pflanzen für die Raupen, sie ist aufgrund der Trockenmauer auch bedeutsamer Lebensraum zur Überwinterung von Eiern, Raupen, Puppen und Faltern.

Die Staudenbeete

Im Schmetterlings-garten finden sich Trocken-, Feucht-, Sonnen - und Schattenbeete, deren blühende Stauden Schmetterlinge mit Nektar und Raupen mit Futter versorgen und uns Menschen erfreuen.

Ein Biotop für alle Entwicklungsstadien

Die meisten Menschen denken bei "Schmetterlingen" an die schönen, bunten Falter. Hier werden auch die anderen Entwicklungsstadien im Lebenszyklus eines Schmetterlings vorgestellt. 

Pflegehinweise für einen Schmetterlingsgarten

Pflege der Blühwiese: Jede Mahd tötet Tiere. Damit die Zahl möglichst gering gehalten wird, sind folgende Punkte wichtig:

  • Anzahl und Zeitpunkt der Mahd sind abhängig von der Pflanzengemeinschaft. Angaben dazu kann der Fachhändler machen, der die Pflanzengemeinschaft entsprechend der Standortbedingungen (Boden, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung) zusammengestellt hat (z.B. www.rieger-hofmann.de) 
  • Möglichst mit der Sense mähen (bei maschineller Mahd mit Balkenmäher: Schnitthöhe von ca. 10 cm einhalten).
  • Schnittgut einige Tage zum Abtrocknen liegen lassen (Raupen haben die Möglichkeit, sich in Bodennähe in Sicherheit zu bringen und Blütensamen kann ausfallen, um im nächsten Jahr für neue Pflanzen zu sorgen). 
  • Abgetrocknetes Schnittgut abtragen (damit die Wiese mager bleibt und nicht zusätzlich  gedüngt wird, ansonsten kommt in den Folgejahren v.a. Gras).
  • Nicht alles auf einmal mähen oder im Umfeld der Wiese ungestörte Bereiche belassen.

 

Pflege der Staudenbeete: Je nach Schmetterling überwintern Eier, Raupen oder Puppen an verblühten Stauden. Deshalb:

  • Verblühte Stauden über Winter stehen lassen. 
  • Erst im Folgejahr (Ende März bis Mitte April) verblühte Teile abschneiden.

 

"Pflege" verwilderter Stellen: Was für den Menschen „Unkräuter“ sind, ist für viele Schmetterlinge überlebenswichtig. Deshalb:

  • An einzelnen Stellen im Garten "Unkräuter" und Gräser stehen lassen.
  • Brennnesseln bitte unbedingt stehen lassen. Sie sind die wichtigste Raupenpflanze für Tagpfauenauge, Landkärtchen, Kleiner Fuchs und Admiral und auch C-Falter und Distelfalter mögen sie gerne. 
  • Auch über Winter die verwilderten Stellen nicht schneiden.
  • Ein Komposthaufen ist ein wichtiger Lebensraum und sollte in keinem Garten fehlen.